Klienten-Portrait: Gerne unter Leuten

Harald Huter (46) macht seine Arbeit im Innsbrucker AufBauWerk große Freude, und er engagiert sich auch für andere Menschen mit Behinderungen: „Ich möchte einen guten Beitrag leisten.“

Dass er „gerne unter Leuten“ ist – das spürt man bei Harald Huter sofort: Er sprüht vor Freude, wenn er über seine Aufgaben im AufBauWerk berichtet. Er kümmert sich um Führungen durch das Haus, hilft im Sekretariat mit, übernimmt Daten-Erfassungen und führt Schulungen zur UN-Behindertenrechtskonvention durch. Als ausgebildeter Berater, der andere Betroffene berät (in der Fachsprache Peer-Berater), ist er auch im zwei Jahres-Rhythmus in allen fünf AufBauWerk-Standorten in ganz Tirol unterwegs. Besonders stolz ist Harald Huter auch darauf, dass er beim 60-Jahr-Jubiläum des sozialen Dienstleistungsunternehmens auf der Bühne vor fast 500 Gästen gestanden ist und den Gala-Abend mitmoderiert hat.

„Das slw hat mich gut auf das Leben vorbereitet. Und für mich war es immer wichtig, so selbstständig wie nur möglich leben zu können“, sagt Harald Huter. Als Sechsjähriger kam er aus dem Kaunertal ins Elisabethinum – damals noch im Rollstuhl. Viele Operationen, Rehabilitation und Therapie haben es ihm ermöglicht, dass er heute auf Krücken mobil sein kann: In seiner Wohngemeinschaft, die stundenweise vom slw betreut wird, ist er unter der Woche nicht oft anzutreffen. Schachspielen im Hofgarten gehört genauso zu seinen Hobbys wie verschiedene Vereinsaktivitäten.

Seine große Leidenschaft gilt dem Sammeln: Autogramme von Prominenten, Telefonwertkarten und Briefmarken – seine Schätze bewahrt er im Elternhaus im Kaunertal auf, wo er seine Wochenenden verbringt. Harald Huter engagiert sich seit 2014 auch für andere Menschen mit Behinderungen. Als Mitglied im Monitoring-Ausschuss (der sich im Land Tirol für die Rechte von Betroffenen einsetzt) ist er davon überzeugt: „Barrierefreiheit muss selbstverständlich werden. Ich möchte einen guten Beitrag leisten, damit alle Menschen in Tirol so leben können, wie sie sich das wünschen.“

Harald Huter im Gespräch