Kapuziner

Die Kapuziner bilden neben Franziskanern und Minoriten den jüngsten Zweig der franziskanischen Orden, die alle auf den Hl. Franz von Assisi zurückgehen und sich selbst als mindere Brüder bezeichnen. Die Geschichte der Kapuziner beginnt im Jahr 1525. Damals beabsichtigten einige Minderbrüder der Marken (Italien), ein strengeres Leben der Armut und des Gebetes zu führen. Sie wollten die ursprünglichen Absichten des Hl. Franziskus in größter Treue verwirklichen. Bald wurde der Orden offiziell anerkannt. Er verbreitete sich zunächst in Italien, ab 1574 in ganz Europa.

Die Bezeichnung „Kapuziner“ leitet sich her von der Form ihrer auffällig langen Kapuze. Hatte es sich dabei anfänglich um einen Spitznamen gehandelt, so wurde dieser rasch zur offiziellen Bezeichnung des neuen Ordens. Kapuziner gibt es heute in 106 Ländern, auf der ganzen Welt sind es etwa 10.500 Brüder, sie leben in mehr als 1700 Gemeinschaften (Fraternitäten). In der Kapuzinerprovinz Österreich-Südtirol sind im Jahr 2016 115 Brüder tätig.

Im ORF-Religionsformat „kreuz & quer“ vom 19.1.2016 stellt Franz Schuh den Kapuzinerorden vor (Einstieg bei Minute 28:00).

Wirksam seit über 125 Jahren

Im Jahre 1889 gründete der unbekannte Kapuziner-Pater Cyprian Fröhlich in Ehrenbreitstein/Deutschland zusammen mit einem allenfalls lokal bekannten Weltpriester Matthäus Müller ohne finanzielle Ressourcen sowie ohne Unterstützung der Amtskirche einen caritativen Verein. Innerhalb von nur drei Jahren konnten über 50.000 Mitglieder gewonnen werden, um „gefährdete Kinder“ zu retten.

Der Verein erhält noch im Jahr 1889 den Namen „Seraphisches Liebeswerk“ (SLW) und ist bis heute in Deutschland, Österreich und der Schweiz wirksam. Das Nordtiroler SLW hat sich im Jahr 2012 in „slw Soziale Dienste der Kapuziner“ umbenannt und sich für die Schreibung des Vereinskürzels in Kleinbuchstaben entschieden. Das seit 1911 als Verein organisierte „Seraphische Liebeswerk für Vorarlberg und Liechtenstein“ wird seit dem Jahr 2013 als „Sektion Vorarlberg und Liechtenstein“ des slw Soziale Dienste der Kapuziner geführt. 

In Österreich gibt es neben dem slw in Tirol auch das Seraphische Liebeswerk Wien und in Südtirol die Liebeswerk Kapuzinerstiftung Meran. Die drei SLW agieren in ihrer Geschäftstätigkeit völlig unabhängig voneinander.